Christian Lemmer (Jahrgang 1962) ist
ausgebildeter Konzertpianist aus der
Meisterklasse von Professor Ekkehard Besch in Detmold. Vor rund
acht Jahren suchte er nach einer erfolgreichen Konzerttournee nach neuem
Material. Er kaufte damals seinen ersten Synthesizer - einen SY-77, den er
heute noch nutzt. Mit seiner FM-Synthese konnte Lemmer Klangwelten
erschließen, die in der sogenannten Klassik nicht zu finden waren.
Kurzerhand entschied er sich für den Schritt vom "Reproduzenten" zum
"Produzenten". Er hat es nicht bereut: "Die Filmkomposition ist die perfekte
Kombination aus meiner Ausbildung und ihrer Erweiterung, moderne Klänge zu
benutzen und bisweilen experimentell zu werden."
Mit der Anschaffung eines Ataris begann seine Beschäftigung mit der
"Computermusik". Die erste größere Arbeit war ein kurzer
ScienceFiction-Film ("Hagar Qim"). Ursprünglich sollte Lemmer
nur den Score schreiben - die Musik also. Es zeigte sich aber sehr schnell,
daß ein derartiges Projekt ohne Sounddesign so spannend wie ein kalter
Pfannkuchen war. Der klassische Score war, dank der Orchestral-Karte des
JV-1080, recht bald fertig, die meiste Zeit brauchte das Sounddesign. Um jedes
Flugobjekt realistisch darzustellen, waren jeweils fünf Parameter
nötig, die genau abgestimmt werden mußten. Hinzu kamen Explosionen,
Schüsse und sonstige Geräusche. Die Endmischung wurde von Hand auf
dem Mackie 8bus gefahren. "Das war insgesamt für meine damaligen
Gerätschaften sehr aufwendig ", sagt Lemmer heute. "Nach dieser
Arbeit war mir klar, daß ich besseres Equipment brauchte, wenn ich
ausgedehntere Projekte in kürzerer Zeit bewerkstelligen wollte."
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